27. Film Festival Saarbrücken / Germany
7. Int. Film Festival Bratislava / Slovak Republic
Wiener Film Preis 2005 (Viennale) - Vienna Film Prize 2005
Diagonale 2005 / Festival of Austrian Film, Graz, Austria
"Der Regisseurin gelingt es auf erschütternde Weise, den Überlebenskampf einer Roma-Familie in der Ost-Slowakei nachvollziehbar zu machen. Daß sich Angehörige von Minderheiten auch andernorts mit rassistischer Behördenwillkür konfrontiert sehen, könnte einen FAST wieder beruhigen wenn es nicht so beunruhigend wäre."
Wiener Filmpreis 2005, lobende Erwähnung der Jury
ZIGEUNERTRÄNEN
Ein Film von Zuzana Brejcha | 123 Min., A, 2005
Vier Jahreszeiten lang begleitet der Film drei Generationen einer Roma Familie in einem Ostslowakischen Ghetto, kurz vor dem Beitritt der Slowakei zur EU. Das Leben der matriarchalisch definierten Familie wird nicht nur durch Armut bestimmt sondern auch durch polizeiliche Willkür, Feste, Traditionen und Satellitenfernsehen, das als Fenster zu Europa dient. Ihre finanzielle Situation verschlechtert sich dramatisch und nachdem ein Mitglied der Familie aufgrund falscher Anschuldigungen verhaftet wird, entscheidet sich das Filmteam einzugreifen.
Roma der Elendssiedlung Zehra im Osten der Slowakei wurden gerade Bürger der EU. Sie leben weit außerhalb der Dörfer und Städte der „Weißen“, in winzigen Hütten ohne Wasser und Kanalisation.
Romane Apsa erzählt die Geschichte von fünf Roma – Frauen im Laufe von vier Jahreszeiten, in denen sich die Situation des ganzen Familienklans dramatisch zuspitzt.
Helena, 54, die „graue Eminenz des Klans“, wie sie später von der Polizei genannt wird, hat sich von ihrem Mann Gejza getrennt. Ihre um sie versammelte Großfamilie ist ein Matriarchat dreier Generationen starker, schöner Frauen. Das Leben spielt sich ab zwischen aussterbenden Traditionen und dem Satellitenfernsehen, das eine Vorstellung vom restlichen Europa vermittelt.
„Seit die Demokratie kam” sind alle Männer arbeitslos.
Am Anfang und am Ende der Geschichte stehen falsche Anschuldigungen und Untersuchungshaft, dazwischen Elend und polizeiliche Willkür, aber auch Feste und unbeugsame Lebenskraft, Flucht nach Holland, und ein Ausflug nach Wien.
Nicht nur die Familie verändert sich im Lauf der Dreharbeiten; auch das kleine Filmteam muss in das Geschehen eingreifen, und wird so vom Beobachter zum Akteur, vom Chronisten zum Betroffenen.
Zu Beginn der Dreharbeiten im Frühling schien das Leben der Roma Familie Horvath-Pokuta-Dunka in der Ghetto-artigen Siedlung in Zehra, Ost-Slowakei, friedlich vor sich hin zu fließen, eingerahmt nur durch Armut, Arbeitslosigkeit, Geburten, Todesfälle, und Festivitäten. Während der einjährigen Dreharbeiten hat sich dieses Bild sehr schnell geändert. Nachdem im Herbst ein Mitglied der Familie verhaftet wurde, fand ich mich plötzlich tief verwickelt in das Schicksal der Familie. Die Begegnung mit Rassismus, Korruption und polizeilicher Willkür zwang mich zur Suche nach Verbündeten bei Menschenrechtsorganisationen der Slowakei. Nur das European Roma Right’s Center in Budapest fühlte sich für das Schicksal eines unschuldigen Zigeuners verantwortlich. Der fünfmonatige Kampf gegen die Behörden hinterließ Spuren nicht nur auf den Seelen der Protagonisten, sondern auch beim Drehteam und im Film selbst.
Buch und Regie: ZUZANA BREJCHA
Kamera: MARIO HOMOLKA
Schnitt: ZUZANA BREJCHA
Ton: VLADIMIR ILLIT
Musik: JOSEF HORVATH
Produzent: MARKUS FISCHER
Supported by:
BKA.Kunst Filmfonds Wien
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123 Min, Slowakisch/Romanes/Deutsch mit deutschen UT
© 2005 ![]()