The film is a true fan letter from director Reinhard Jud and producer Markus Fischer. / Variety
Ein vibrierend plastisches Porträt des vielleicht verstörendsten aller amerikanischen Thriller-Autoren; nach anderthalb Filmstunden sieht auch der naivste Betrachter in jedem Einfamilienhäuschen einen Mordschauplatz. / Hans Langsteiner, ORF
More than conventional portraiture, this engrossing documentary is the result of joint research undertaken by the filmmakers and Ellroy, as they seek to uncover the roots of his apocalyptic work. / AFI Film Fest
Der amerikanische Crime-Schriftsteller hat das unwahrscheinliche Glück, daß ausgerechnet Österreicher ihn zum Gegenstand eines der seltenen gescheiten Filme über einen Literaten machten. Eine Performance, wortgewaltig und eindringlich wie Ellroys Bücher. / Bert Rebhandl, Der Standard
a Film by Reinhard Jud and Wolfgang Lehner | Documentary, 90 Min., A, 1993
Los Angeles. Die amerikanischste aller amerikanischen Städte. Schauplatz der Kriminalromane von James Ellroy. Zehn Bücher, die von Sexualität, Gewalt und Einsamkeit handeln, von Angst, Hysterie und Paranoia. Bücher, in denen die Wurzeln eines unerträglichen Dilemmas aufgezeigt werden: die rasante Zunahme von Verbrechen, die soziale Apokalypse.
Der Film “JAMES ELLROY” überschreitet den Rahmen konventioneller Portraits. In einem Prozeß der gemeinsamen Recherche mit Ellroy wird freigelegt, was ihn dazu bewegt, die “besten Kriminalromane der Welt” zu schreiben.
Los Angeles liefert dazu das Rohmaterial: Tatorte, Charaktere, historische Figuren, Situationen, Stimmungen. Jene Atmosphäre, aus der Ellroy seine Geschichten generiert.
Trauma, Ego, Wirklichkeit. JAMES ELLROY: das Auge des Schriftstellers.
| director | REINHARD JUD |
| script | REINHARD JUD WOLFGANG LEHNER |
| cinematography | WOLFGANG LEHNER |
| editing | KARINA RESSLER |
| sound design | SAM AUINGER |
| narrator | PHIL TINTNER |
| special appearances | BILL MOSELEY HELEN KNODE, ARROYO VARSITY CHEERLEADERS BARKO |
| music | SAM AUINGER DEEDEE NEIDHART |
“Nightmare”
(Shaw)
performed by Artie Shaw
published by Warner/Chappell
“Green Door”
(Davis/Moore)
performed by Muttertag
published by Auerbach Wien GmbH
Symphonie Nr.3 d-moll
(Anton Bruckner)
performed by Bruckner Orchester Linz conducted by Manfred Mayrhofer
| still photographer | GERHARD GRUBER |
| archival researcher | MARK SMITH |
| film labs | CFI, HOLLYWOOD FILM, SYNCHRO FILM |
| production assistant, usa | ANDY RHODES |
| production assistant, a | ADELHEID FISCHER |
| translation, a | JUDITH POUGET |
| rights clearance and controlling | STADTWERKSTATT KU KU TECH |
| executive producers | REINHARD JUD WOLFGANG LEHNER |
| producer | MARKUS FISCHER |
| a fischer film production | |
| co-producer | AUSTRIAN BROADCAST CORPORATION ORF |
SPECIAL THANKS TO
Craig Holden, Delmar Watson, Jim Heiman, Michael Barnard, Western Gun Shop, El Monte Historical Society, Arroyo High School, Public Library of Los Angeles, Stadtwerkstatt-TV, Inge Maria Limbach, Wolfgang Ainberger
This project was made possible by grants from the Austrian Department of Education and Art and the Federal Country of Upper Austria
© 1993
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Der amerikanische Kriminalroman erlebt im Augenblick Hochkonjunktur. Ursache dieses Phänomens ist nicht zuletzt die Zunahme von Gewaltdelikten, die Eskalation eines unhaltbaren sozialen Dilemmas, metaphorisch ausgedrückt: der Zusammenbruch des “Amerikanischen Traums”.
Eine wachsende Zahl von Schreibern wählte in den letzten Jahren bewußt den Kriminalroman als Genre, um das keimende Potential von Angst, Hysterie und Paranoia in den USA zu reflektieren: Andrew Vachss, Joseph Koenig, Thomas Harris, Frank Miller und andere.
An oberster Stelle der gefeierten Autoren steht James Ellroy. Ellroy hat einen Grad von Monomanie, Besessenheit in der Verfolgung bestimmter Motive, aber auch Selbstinszenierung – die Stilisierung zum monomanischen, besessenen Schreiber – bis zur Spitze getrieben. Mehr als alle anderen verstand er es, seiner Arbeit visionäre und philosophische Qualitäten zu verleihen.
Einen wesentlichen psychologischen Schlüssel für seine Arbeit bietet bereits die Biographie von James Ellroy: Als er zehn Jahre alt war wurde seine Mutter von einem unbekannten Täter ermordet. Dieser tragische, nie geklärte Fall wurde für Ellroy zum Anlaß, sich mit den Motiven und Umständen von Gewaltverbrechen, insbesondere der Psychologie von Tätern und deren Verfolgern auseinanderzusetzen. Er las Kriminalromane, verfolgte authentische Fälle – vor allem den rätselhaften Mord an der “Schwarzen Dahlie”, einem Starlet, das in den 40er Jahren grausam verstümmelt in Los Angeles aufgefunden wurde.
Seine Jugend verbrachte Ellroy in einem Los Angeles abseits der glamurösen Boulevards in billigen Absteigen und Parks. Als Abhängiger von Drogen und Alkohol verbrachte er seine Zeit mit obskuren Jobs und kleineren Delikten. Seine damaligen Erfahrungen flossen in die ersten Romane ein, die er nach einer Entziehungskur mit 30 zu schreiben begann.
Die zunehmende Komplexität seiner Romane sichert James Ellroy bereits jetzt den Ruf eines großen amerikanischen Epikers.