Mozart_08

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DER WADENMESSER-SOUNDTRACK
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Österreichischer Film
Kult.Klassiker.Kostbarkeiten
Edition Der Standard
DVD bei  HOANZL SHOP

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Palm’scher Unterricht
von Andreas Ungerböck  |  Der Standard 04. Oktober 2007
Schülerschreck und Schweinderl: Zwei Filmporträts
Was haben wir nicht alle gelitten unter den unfassbar altbackenen Schulfilmen der Bundesstaatlichen Hauptstelle für Lichtbild und Bildungsfilm. Wie das schon klang! Generationen von Schülern hätten durchatmen können, hätte Kurt Palm damals schon seines Amtes gewaltet – als eine Art Kreuzung zwischen Sepp Forcher und Marcel Prawy, denen er, wie er selbst sagt, stets abnahm, was sie erzählten. Und Palm nimmt man es erst recht ab. Was der Mann nicht alles weiß (oder sich charmant angelesen hat) über den oberösterreichischen Dichter Adalbert Stifter, einen weiteren Schülerschreck ersten Ranges. Palm selbst hat bei Witiko kapituliert, viele Gymnasiasten schon beim Nachsommer. Doch nach diesem Film ist nichts mehr wie vorher, und Stifter ist als vielschichtige Persönlichkeit mit allerlei Macken (sein sehr starker Hang zum guten Essen etwa) rehabilitiert. In einer Tour de force vom Böhmerwald nach Linz, Wien, Triest und wieder retour wird Stifters Leben und Wirken (buchstäblich) rekonstruiert und analysiert – von den Briefen an die "innigstgeliebte Gattin" bis hin zur verhärteten Leber, die ihm schließlich, wie der prominente Gerichtsmediziner Hans Bankl anschaulich erklärt, zum Verhängnis wurde. Da wird gekocht, vermessen, rezitiert (von Obdachlosen, Schulkindern und Hermes Phettberg) und revidiert, dass es nur so eine Freude ist. Und Palms Begeisterung ist ansteckend. Definitiv die "Auferstehung des Adalbert Stifter".

Weil sich das Konzept irgendwie bewährt hatte, nahm sich Kurt Palm bald darauf ein größeres Kaliber vor: Exakt zwölf Monate vor dem unsäglichen gleichnamigen Jahr kam Palms höchst amüsanter und "ungewöhnlicher" Mozart-Film in die Kinos. Der Wadenmesser ist nach einem frivolen Gesellschaftsspiel des 18. Jahrhunderts benannt, bei dem man den Damen, die zwar viele Röcke, aber keine Unterwäsche trugen, ein wenig näher kommen konnte. Dass Mozart ein kleines Schweinderl war, in Worten und Taten, ist bekannt. Hier wird es genüsslich zelebriert, und so entsteht – alphabetisch nach Kapiteln geordnet – ein kompaktes Sittenbild abseits des offiziellen Geniekults. Aber auch Mozarts Verzweiflung, seine Sorgen, seine bedenklichen "Zustände" – all das kommt im Wadenmesser zur Sprache. Meister Palm, wie schon im Stifter-Film in legerer Sommerkleidung mit Strohhut, hat sich viel vorgenommen, und so kommt auch viel vor: Animationen, Dokumentarisches, Medizinhistorisches (über den Aderlass), Gruseliges (über Mozarts Schädel), Lehrreiches (über die Mär vom Armenbegräbnis), ein Schuss Universum, ein bisschen Theaterzauber und – Highlight – eigens vertonte Mozartbriefe (großartig: eine HipHop-Version von Texta), das alles mit Palm’schem Enthusiasmus vorgetragen und mit totalem Körpereinsatz, wie beim Tauchgang in der Donau, umgesetzt. So schön sollte Schulunterricht immer sein.
(Andreas Ungerböck, langjähriger Viennale-Mitarbeiter, Herausgeber des Filmmagazins "ray")

DER WADENMESSER

ODER DAS WILDE LEBEN DES WOLFGANG MOZART

Ein Film von Kurt Palm | 90 Min., A, 2005

mit Kurt Palm, Rüdiger Wolf, Hans Bankl, Julius Müller, Evelyne Martinek,
Stefan Weber, Geneviève Geffray

Abseits ausgetretener Rezeptionspfade begibt sich Kurt Palm auf die Suche nach den verwischten Spuren des Genies „Amadeus“ und findet einen begnadeten Fäkalkomiker, einen besessenen Spieler und einen Anarchisten, der sich am liebsten „Edler von Sauschwanz“ nannte.

Kurt Palm hat sich wieder auf Spurensuche begeben und ist fündig geworden: Nach seiner erfolgreichen Wiederentdeckung des Dichtergenius Adalbert Stifter hat er sich diesmal auf die Fersen von einem geheftet, den alle schon zu kennen glaubten: Wolfgang „Amadeus“ Mozart, allseits beliebtes und vereinnahmtes Kompositionsgenie aus Salzburg.

Palm hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Mozart beschäftigt, was u.a. zur Inszenierung der ZAUBERFLÖTE FAST FORWARD für die Szene Salzburg oder zu seinen ungewöhnlichen MOZART-KOCHTHEATER-Abenden führte. Für den Kinodokumentarfilm DER WADENMESSER hat er sich wie gewohnt in seiner ganzen Vielseitigkeit als Reisender, Rechercheur, Autor, Koch, Regisseur und Kulturvermittler auf den Weg gemacht, um dem Künstler Mozart jene Seiten abzugewinnen, die man noch nicht so in- und auswendig kennt wie etwa die Kleine Nachtmusik.

Vor allem aber hat Palm ein filmisches MOZART-ALPHABET geschaffen, von A wie “Amadeus” bis Z wie – natürlich! – “Zauberflöte”. Wer denkt, das sei nichts Neues, der sollte sich überraschen lassen mit dem, was Kurt Palm über C wie Colloredo, J wie Jamben, P wie Pyramide oder W wie Das Wadenmessen zu erzählen hat. Dabei kommen alle auf ihre Kosten, die Wissbegierigen ebenso wie die Ahnungslosen. Und eines ist auch klar: www.mozart-derfilm.at macht vor allem L wie Lust auf Mozart!

TRAILER

Über den Film

In seinem neuen Künstlerportrait DER WADENMESSER oder DAS WILDE LEBEN DES WOLFGANG MOZART folgt Kurt Palm dem höchst erfolgreichen Konzept seines Films DER SCHNITT DURCH DIE KEHLE oder Die Auferstehung des Adalbert Stifter, nur dass in Stifters Leben neben der Dichtung die Natur eine Hauptrolle spielte, während in Mozarts Leben neben der Musik vor allem die Bewegung, das Reisen im Mittelpunkt stand. Folglich nimmt Palm die Zuschauer in der Luft, zu Lande und unter (!) Wasser auf zwei Reiserouten mit, die Mozart mit seiner Familie bzw. seiner Frau gewählt hat – von seinem Geburtsort Salzburg zu seinem späteren Sterbeort Wien.

Gleich zu Beginn des Films räumt Palm mit der “Amadeus”-Mär auf: Ja, unzählige Namen habe Mozart sich gegeben, “Wolfgang de Mozart, Wolfgang in Teütschland, Amadeo de Mozartini in Italia, Wolfgango in Germania, Gnagflow Trazom, Franz v: Nasenblut, Wolfgang Romatz Edler von Sauschwanz” und viele viele andere, nur eben Amadeus definitiv nicht.

In Mösendorf in der Nähe von Frankenmarkt kommt das stürmische Liebesverhältnis zwischen dem jungen Mozart und seiner Cousine Maria Anna Thekla zur Sprache, im oberösterreichischen Ottensheim lässt Palm Mozarts Lustspielfragment “Die Liebesprobe” ur(!)aufführen, in Salzburg wird der Autographenkeller mit gebotener Ehrfurcht inspiziert und an Mozarts ablehnende Haltung gegenüber Adel und Kirche erinnert. Mozarts Auseinandersetzung mit Fürsterzbischof Colloredo, der Künstler als maßloser Spieler und eifersüchtiger Ehemann, Mozart als Fäkalkomiker und seine Abrechnung mit Salzburg – Kurt Palm vergisst auch nicht auf Bettelbriefe und Dienstmädchen-Beschwerden, lässt Mozarts merkwürdiges Frauenbild in der Zauberflöte ebenso Revue passieren wie seine Depressionen gegen Lebensende.

Musikalisch zeigen Chrono Popp, Andreas Karner, das Grazer Akkordeonensemble, Georg Schulz & Mario Garzaner, Otto Lechner und Kadero Ray und das Ensemble Prinz Eugen, die Linzer Philharmonie, die Hip Hop-Gruppe Texta und die Marktmusik Timelkam, wie intensiv Mozarts Kompositionen heute noch wirken können, auch jenseits von Konzerthaus und Opernbühne.

Optisch weist DER WADENMESSER wieder Kameramann Hermann Dunzendorfers geradlinig-schnörkellose Bildsprache auf, die schon den Stifter-Film auszeichnete, Karina Ressler als Cutterin sorgte dafür, dass die Dynamik in Mozarts Leben auch filmisch Ausdruck findet und Petra Zöpnek steuerte wie schon für den Stifter-Film wieder fröhlich animierte Passagen bei.

Als Produzent fungierte Markus Fischer, aus dessen langjähriger erfolgreichen Zusammenarbeit mit Kurt Palm schon die Filme IN SCHWIMMEN – ZWEI – VÖGEL und DER SCHNITT DURCH DIE KEHLE hervorgingen. Gedreht wurde DER WADENMESSER ODER DAS WILDE LEBEN DES WOLFGANG MOZART im Sommer 2004 in OÖ, NÖ, Salzburg und Wien mit finanzieller Unterstützung des Österreichischen Filminstituts, des Filmfonds Wien des ORF und des Landes OÖ und Media. Für den österreichweiten Kinostart sorgte der Verleih Filmladen.

CREDITS

Buch & Regie: KURT PALM
Kamera: HERMANN DUNZENDORFER
Montage: KARINA RESSLER
Ton: ROLAND FREINSCHLAG
Animationen: PETRA ZÖPNEK
Filmmusik: CHRONO POPP
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Produzent: MARKUS FISCHER
Produktionsleitung: ULI MÜLLER-URI
Filmgeschäftsführung: PETER DONKE

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Musik komponiert bzw. interpretiert von
Wolfgang Amadé Mozart; Chrono Popp & Andreas Karner; Marktmusik Timelkam; Texta;
Linzer Philharmonie; Grazer Akkordeonensemble; Georg Schulz & Mario Garzaner;
Sarah Domanig; Otto Lechner & Kadero Ray und das Ensemble Prinz Eugen; Florian Boesch

Produktion:

Mit finanzieller Unterstützung von:
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Premiere war in der Geburtsstadt Mozarts am 27.Jänner 2005 – dem 249. Geburtstag von Mozart!
Kinostart in Österreich: 28. Jänner 2005
Verleih Österreich:

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